Wenn Worte meine Sprache wären

Treffender als Tim Bendzko  in seinem Lied „Wenn Worte meine Sprache wären“ kann es nicht sein. In dem Song heißt es unter anderem „Mir fehlen die Worte, ich hab‘ die Worte nicht, …….“. Auch mir fehlen manchmal die passenden Buchstabenkombinationen  zu meinen Bildern, deswegen nutze ich hin und wieder die Worte derer, die des Wortes mächtig sind.

Ich habe mich bei diesem Bild für ein Gedicht von Ranndy Frahm entschieden.

land_of_confusion

| Der Baum |
Der Baum stand dort wo er immer gestanden hat,
keine Veränderung nur etwas älter, königlicher.
Als kleiner Junge oft drunter gesessen oder in ihm geklettert,
runtergefallen, Knie aufgeschürft und Kraft getankt.
Der alte Baum hat Kriege überstanden und sich im Winde gebeugt,
hat Liebende versteckt und Freuden miterlebt.
Er sah Menschen sterben, weinen, traurig sein,
sah Sehnsüchte, Ängste und Seelenqualen.
So oft den Besitzer gewechselt und weiser als jeder von ihnen,
stummer Zeuge von menschlichen Gewalten.
Visueller Führer durch längst vergangene Zeiten,
und immer majestätisch, mächtig, prachtvoll.
Seine Äste hielten den Selbstmörder und gaben der Amsel Schutz,
seine Blattwerk spendete Schatten und Geborgenheit.
Seine Blühten verzückten Schreiber, Denker und Verliebte,
lockten Immen und andrer Welten Vielfalt.
Nun steht der Baum nicht mehr – Ikea ist der momentane Besitzer,
Frühstücksbrett oder Wandregal,
Stubentisch und Kleiderschrank.
Der Schatten fehlt und auch die Immen,
die Pracht ist fort und mit ihr auch der Welten Vielfalt.
Kein Klettern kleiner Jungs in seinem Geäst,
lieber Wii und Playstation.
Kein Liebespaar im Rausch der Wonne
und auch kein Gesang der kleinen Amseln.
Der Baum, er fehlt…
 

Wer mehr über Ranndy Frahm erfahren möchte, sollte unbedingt auf seiner Facebook Seite „Millionen Worte“ oder „Ranndy“ vorbeischauen.

 

 

7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. „Auch mir fehlen manchmal die passenden Buchstabenkombinationen zu meinen Bildern,…“ – sollte es bei den Bildern nicht ohne Worte gehen? Das Photo ’spricht‘ auch ohne Worte.

    • Moin Moin,
      selbstverständlich geht es bei einigen Bildern auch ohne Worte. Ich möchte mit den passenden davon, doch nur die emotionale Wirkung ein wenig hervorheben um zum nachdenken anzuregen.

      Danke fürs reinschauen
      LG Appel

      • Stimmt, dafür sind sie gut, die Worte. Ich habe aber ab und zu feststellen müssen, das man mit den Worten die Bildwirkung ‚beschneidet‘ oder in eine Richtung lenkt, die der Bildbetrachter für sich nie gewählt hätte (was nicht falsch sein muss).
        Darüber hinaus: interessantes Blog und Photos.

    • Moin Hans,
      als erstes mal „Danke fürs reinschauen“.
      Klar geht es auch ohne Worte, es bleibt jedem selbst überlassen sich seine eigenen Gedanken zu machen. Ich finde es dennoch spannend, den Betrachter durch die passenden Worte in eine, vielleicht noch nicht bedachte Richtung zu leiten.

      LG Appel

    • Hi Laura,
      schön das ich, bzw Ranndy dich ein wenig zum Nachdenken anregen konnten. Ich freue mich, das es dir gefällt und wünsche dir noch einen schönen Sonntag.

      LG aus dem VEB
      Appel