Bitter Sweet Symphony

Frühlingszeit ist die Zeit des Erwachens, an allen Ecken und Kanten gibt es ein Meer aus  Blüten in den vielfältigsten Farben und Formen. Die Pflanzenwelt beginnt ihr neues Leben und auch meine Fantasie wird durch unzählige Eindrücke aufs neue motiviert sich zu entfalten. Ich nutze gerne meine Hunderunde, um nebenbei das eine oder andere Highlight am Wegesrand abzulichten.
Auf einer meiner letzen Runden stach mir  dieses  jungfräuliche zarte Etwas in Form einer leicht geöffneten Rhododendronblüte sofort ins Auge. Sie stand etwas Abseits, aber dennoch umringt von  hunderten ihrer Art die sich in ihrer vollen Pracht darboten. Es ist schon seltsam, aber ich denke das ich einen Blick für Außenseiter habe. Aus meiner Sicht war genau diese eine der Star, der ein Einzelschooting verdient hat. Lange Rede kurzer Sinn, nach ca. 10 Aufnahmen aus verschiedenen Perspektiven hatte ich mein Naturmodel im Kasten und es konnte langsam wieder nach Hause gehen.
Ich bin natürlich immer sehr gespannt wie meine fotografische Ausbeute ausgefallen ist, also PC hochfahren, Speicherkarte rein, Kippe, Kaffee und ein bissel Backgroundmusik. Der richtige Sound in Verbindung mit manchen Bildern inspiriert mich immer wieder bei der Bearbeitung meiner Kreationen. Manchmal ist es aber auch so, das ich ein Bild sehe und dazu eine passende, ganz eigene Melodie im Hinterstübchen habe, wie auch in diesem Fall.
Beim Feintuning in Photoshop begann ich wie ein Komponist zu agieren, einzelne Bearbeitungsschritte wie Noten aneinanderzureihen. Beim spielen mit den tiefen Lichtern, Tonbreite oder dem Mitteltonkontrast kam es mir vor, als würde ich bildlich komponieren. Die einzelnen Bearbeitungsschritte wurden immer klarer und wohlklingender. Puzzlestücke fügten sich zusammen, jetzt hörte ich den Klang einzelner Instrumente die in meiner musikalischen Bearbeitungs-Inszenierung vertreten waren. Mein Photoshoporchester spielte eine wohlklingende Symphony  bis hin zum großen Finale.
Wie meine Bitter Sweet Symphony  aussieht könnt ihr in meinem Bild hören. Ich wünsche gute Unterhaltung und weiterhin viel Spass im VEB Bildwerk.

Bitter Sweet Symphony

Cast Away

Sollte sich hinter diesem einsamen Blatt, das sich in einem Netz verfangen hat wieder mal eine unglaubliche Geschichte verbergen. Ich denke ja, weil irgendetwas das zu diesem Ereignis geführt hat passiert sein muss. Man kann seiner Fantasie in dieser Richtung wieder mal freien Lauf lassen. Die einfachste Variante ist natürlich die, das der Herbst Einzug gehalten hat und das trockene Blatt einfach nur dem Ruf der Schwerkraft folgte und irgendwann, irgendwo gelandet ist. Die abenteuerliche Variante aus meinem hin und wieder verpeilten Gehirn spricht eine ganz andere Sprache, ich sehe einen Reisenden.
Er macht wie jeder von uns, der sich evtl. mit Fotografie auseinandersetzt, seine täglichen Ausflüge in die Untiefen des World Wide Web um zu schauen, was in der Welt der Fotografie geschehen ist . Er besucht Seiten wie 500px oder View Fotocommunity, manchmal einen Abstecher nach Flickr um dort in die bunte Welt der Bilder abzutauchen, zu staunen oder einfach nur zu genießen. Diese Bildsammelstellen, in denen Fotografen aus aller Welt ihr neusten Kreationen präsentieren sind kleine Galerien in denen man fernab vom Trubel des normalen Alltags seine Ruhe finden kann. Ich würde sagen, es sind Rast- oder besser gesagt Ruheplätze an Datenautobahnen. Es gibt unzählig viele Ausfahrten, man gelangt überall hin, nichts ist unmöglich, alles geht. Man kann sich auch in Ballungsgebiete, vergleichbar mit dem hektischen Ruhrpott, begeben. Hier zentriert sich das Sozial- Network wie zum Beispiel Facebook oder Twitter.
So wie es auf dem Bild aussieht hat sich mein Reisender in diesem Teil des Netzwerkes verfangen, was wie jeder von uns weiß nicht ganz ungefährlich sein kann.
Es muss sich dort mit Grausamkeiten, wie Spieleanfragen, herumschlagen. Es gibt dort Menschen die bauen Salat und Blumenkohl an, züchten Fische oder putzen Aquarien. Dann gibt es noch die Spezies der Hobbyköche, sie lichten ihre selbst zusammengewürfelten Nahrungsmittel ab und lassen andere an ihren kulinarischen Ausschweifungen teilhaben. Natürlich darf ich die Gattung der Jäger und Sammler nicht vergessen, sie sammeln Freunde und “gefällt mir” Klicks wie andere Briefmarken.
Na ja, es ist der Wahnsinn was dort abgeht, es ist wie ein düsterer Marktplatz im Mittelalter an dem gefeilscht wird was das Zeug hält, es gibt alles was das Herz begehrt, selbst Rednerpulte und kleine Schaubühnen auf denen jeder seine Meinung kundtun kann. Die Krönung auf diesem Platz, also das absolute Highlight ist und bleibt natürlich der Pranger an dem man Menschen, egal ob sie unschuldig sind oder nicht, öffentlich fertigmachen kann.
Ich glaube, das sich mein Reisender auf die dunkle Seite der Macht, die nur einen sehr kleinen Teil des Gesamten ausmacht, verirrt hat und wünsche ihm die Kraft sich aus diesem düsteren Netzwerk zu befreien. Ob er es auf die gute Seite geschafft oder er dort für immer verschollen bleibt, bleibt natürlich offen, ich für meinen Teil würde es ihm von ganzem Herzen wünschen.

 

Cast Away

Walk the Line

Heute gibt es von mir nicht viel Text zu diesem Bild, weil es auch bei mir Tage gibt an dem ich meine Hirnwindungen nicht überstrapazieren kann, beziehungsweise möchte. Was ich mir aber nicht nehmen lassen konnte, war Ranndy zu fragen ob er nicht ein paar Zeilen zu dieser einfachen Kreation parat hat. Nachdem ich ihm das Bild geschickt hatte, sendete er mir prompt die passenden Worte und ich hoffe, das sie euch genau so gut gefallen wie mir.

Walk the Line

 

Tag und Leben

Der Tag er kommt
Der Tag er geht
Er ist wie das Leben
Wir leben für den Tod
Wir tun soviel dagegen
Doch irgendwann Ist jeder dran
Das Leben kommt
Das Leben geht

Ranndy Frahm

Dark Love

Klein , fein und unscheinbar, aber dennoch eine Sache mit Herz. Auch wenn es ein wenig untypisch für meinen Bearbeitungsstil ist, will  ich euch dieses kleine Wesen nicht vorenthalten. Ich hatte einfach mal Lust auf B&W ohne  viel Schnörkel. Einen coolen Text zum Bild gibt es wieder mal von Ranndy Frahm.

 

Dance with me to the end of doubt.

Die Abenddämmerung bricht ein
und hüllt den Tag ins
jämmerlich – romantisch Licht.
Die Masken ziehen sich zurück
und Wahrheit kriecht aus Ihrer
Unterkunft.

Dance with me to the end of doubt.

Die letzten Busse bringen ihre
Fahrgäste
ans Ende ihrer Strecken
und nur die bösen Geister
bleiben –
im Schutz der abendlichen
Lethargie.

Dance with me to the end of doubt.

Was war das war einmal
und alles was ist wird sicher
irgendwann Mal gehen.
Nur Wegbereiter dessen was
noch kommt
egal ob lebend oder tot.

Dance with me to the end of doubt.

Die Zweifel kommen, bleiben –
SIND,
drum schenk mir diesen einen
Tanz.
Nur für mich – ganz allein für mich
und zeig dem Zweifler jäh sein
Ende.

Bitte –

Dance with me to the end of doubt.

Only this one, little dance,
for me –
for you –
past the thinking
and all his work.

Dance with me to the end of doubt.

Ranndy Frahm

 

 

 

Naturfotografie mal ganz anders

Der Dankeslohn eines jeden Hobbyfotografen ist es, wenn seine Arbeiten im www von dem ein oder anderen ein wenig Aufmerksamkeit bekommen. Zum Beispiel wenn Besucher meiner Seite einen Kommentar zu meinen Pics hinterlassen und mir damit zeigen, das sie sich mit meinen Kreationen auseinandersetzen. Wem geht es nicht runter wie Öl wenn er hin und wieder mal ein kleines Lob bekommt? Nein, ich muss mir jetzt keine Gewichte an die Nase hängen. Ein Highlight ist aber, wenn sich jemand meldet und einem mitteilt das er ein paar meiner Bilder in einem Buch veröffentlichen möchte. Es ist für mich eine große Ehre, man kann schon fast sagen das ist der “ Burner “ oder voll “ Endstufe “. In diesem Fall bekam ich im letzten Jahr eine coole Email von Jana Mänz (freiberufliche Fotografin, Künstlerin und Autorin) in der sie mir mitteilte, das sie an einem Buch zum Thema „Landschafts- und Naturfotografie“ schreibt und mich als Gastautor mit einigen meiner Arbeiten vorstellen möchte. Da ich bei ihr schon mal in einem eBook Projekt zum Thema Texturen mit von der Partie war, was ich euch nur sehr ans Herz legen kann, war ich auch dieses mal begeistert und habe natürlich zugesagt.

Aus meiner Sicht ist das fertige Buch ein Schmankerl für jeden, der seine Leidenschaft in der Naturfotografie gefunden hat oder noch finden möchte. Es geht nicht darum sich immer an der Technik zu orientieren um auf biegen und brechen ein schönes Foto zu machen, sondern vielmehr um Emotionen. Wer seinen Gefühlen und seiner Kreativität freien lauf lässt und sich auf die einzigartigen Momente einlässt, die unsere Natur in ihrer faszinierenden Vielfältigkeit täglich aufs neue preisgibt, der wird diese mit ganz anderen Augen sehen. Jana zeigt auf eindrucksvolle weise anhand von Bildbeispielen und Kreativübungen, wie man Natur anders erleben und festhalten kann.

Ich zum Beispiel habe im laufe der Zeit meine ganz eigene Handschrift oder besser gesagt Bildstil entwickelt. Ich halte mich nicht an Sachen wie Goldener Schnitt, mir ist es egal ob mein Bild kippt, außerdem habe bis heute nicht mal meine Bedienungsanleitung gelesen. Anhand der Reaktionen auf meine Bilder, die ich im Netz  präsentiere wurde mir deutlich, das ich mich auf dem richtigen Weg befand. Es ist egal was andere über eure Bilder denken, in erster Linie müssen sie euch gefallen.

 

 

Infos zu Jana und ihren Projekten findet ihr unter folgenden Links: